02. Oktober 2026 – Am 7. und 8. September nahm die Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule Steiermark am Treffen des Verbunds der Universitäts- und Versuchsschulen (VUvS) in Wiesbaden teil. Gastgeberin war unter anderem die Helene-Lange-Schule, die vielfältige Einblicke in ihre pädagogische Arbeit ermöglichte.
Der erste Tag stand ganz im Zeichen von Theater und Film als Lern- und Erfahrungsräume. In einem Theaterworkshop konnten die Teilnehmer*innen selbst erleben, welches Potenzial im Theaterspiel steckt. Beim gemeinsamen Spielen, Ausprobieren und Reflektieren entstanden zahlreiche Anregungen, die sich auch auf den Unterricht in der Primarstufe übertragen lassen. Besonders präsent war dabei eine Frage, die sich durch beide Tagungstage zog: Wie können Schule und Unterricht Räume schaffen, in denen Kinder und Jugendliche Selbstwirksamkeit erfahren?
Am zweiten Tag rückten außerunterrichtliche Projekte und aktuelle Forschungsergebnisse in den Mittelpunkt. Vorgestellt wurden Erfahrungen von Jugendlichen aus unterschiedlichen Angeboten wie Sozialpraktika, Peer-Mentoring oder Herausforderungsprojekten. Als besonders bedeutsam für Selbstwirksamkeit erwiesen sich dabei authentische und ergebnisoffene Aufgaben, angemessene Herausforderungen, Wahlmöglichkeiten sowie tatsächlich übertragene Verantwortung. Erwachsene übernehmen dabei weniger die Rolle der Anleitenden, sondern werden zu Ermöglicher*innen: Sie vertrauen in die Kompetenzen der jungen Menschen und unterstützen dort, wo Unterstützung gebraucht wird.
Für uns als Primarstufe stellte sich damit eine besonders spannende Frage: Wie viel Freiheit und echte Verantwortung können wir bereits jüngeren Kindern übertragen – und wie viel Rahmung brauchen sie, damit Herausforderung nicht zu Überforderung wird? Viele Impulse der Tagung laden dazu ein, auch die eigene Unterrichtspraxis unter diesem Blickwinkel neu zu betrachten.
Bei der anschließenden Mitgliederversammlung und im Austausch mit den anderen Standorten des VUvS konnte auch die Praxisvolksschule ihre Arbeit vorstellen. Dabei wurde sichtbar, wie unterschiedlich Universitätsschulen organisiert sind und zugleich, wie viele gemeinsame Fragen uns beschäftigen: Wie können Schule, Forschung und Lehrer*innenbildung noch stärker miteinander verbunden werden? Wie werden innovative Schulprojekte sichtbar? Und was können die einzelnen Standorte voneinander lernen?
Wir nehmen aus Wiesbaden viele konkrete Ideen für Unterricht und Schulentwicklung, neue Kontakte und vor allem einen Gedanken mit nach Graz: Kinder brauchen Gelegenheiten, in denen sie erleben können: Ich kann etwas bewirken.
